Tens - Geschichte & Entwicklung

Verschiedene Stellen wollen von einem römischen Geschichtsschreiber wissen, der von der Anwendung der Elektrizität zur Schmerzlinderung bereits im alten Ägypten berichtete. Demnach soll sich der von Schmerzen gepeinigte Mensch im seichten Meerwasser einen Zitterrochen gesucht haben, auf den er sich so lange mit beiden Füßen stellen mußte, bis er ein Taubheitsgefühl in Fuß und Bein bekam und somit die Schmerzen gelindert waren.

Obschon die Vorstellung eines zappeligen und Elektroschläge austeilenden Zitterrochens unter den Füßen durchaus erheiternd wirkt und trotzdem kaum zur Nachahmung einlädt, entspricht sie zumindest dem noch heute angewandten Prinzip, eine elektrische Quelle zur Behandlung von Schmerzen einzusetzen.

Die technische Revolution Ende des 18. Jahrhunderts entdeckte die Schmerzbehandlung durch elektrischen Strom wieder, der zur Leitungsblockade der Schmerzbahn eingesetzt wurde, um das Schmerzempfinden bei chirurgischen Eingriffen auszuschalten. Durch die Entdeckung und Weiterentwicklung gasförmiger Narkosemittel verlor die Methode an Bedeutung. 

Erst in den 1960er Jahren wurde das Interesse für die Schmerztherapie erneut geweckt, was hauptsächlich den beiden Wissenschaftlern Ronald Melzac und Patrick D. Wal zu verdanken war. Sie haben 1965 die "Gate-Control-Theory" des Schmerzes entwickelt und veröffentlicht. Diese nimmt "Schmerz-Tore" an, die unter bestimmten Umständen ein Schmerzempfinden zum Gehirn weiterleiten, aber auch blockieren können. Diese Gate-Control-Theorie ist hochinteressant, aber auch etwas anspruchsvoller. Deshalb haben wir ihr ein eigenes Kapitel gewidmet (siehe linke Navileiste). 

Nahmen in den 1970er Jahren die in Arztpraxen betriebenen TENS-Geräte noch die Größe von Schrankkoffern an (sie wurden übrigens zugleich auch zur elektrischen Ausmerzung von Warzen eingesetzt), war die Mikroelektronik in der Entwicklung schon bald soweit fortgeschritten, daß es möglich war, Steuergeräte in handlicher Größe herzustellen. Von den USA aus verbreitete sich das Verfahren innerhalb der letzten 20 bis 25 Jahre über Skandinavien nach Deutschland, womit wir schon fast beim heutigen Stand wären.

Jedoch erst durch die Aufnahme in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen im Jahr 1987 wurde die Verbreitung von TENS/EMS in Deutschland deutlich vorangetrieben. Heute wird TENS/EMS in fast allen schmerztherapeutischen Institutionen angewandt und findet auch problemlos zu Hause Anwendung.

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